Sita - das kleine Boxermädchen
Sita 2010Hallo, hallo! Ich bin die Sita, ein kleines dreifarbiges Boxermädchen, das im März seinen ersten Geburtstag in Deutschland feiern darf. Mein Geburtsdatum weiß eigentlich keiner so genau, denn ich
komme aus Spanien und dort wurde ich in meinem zarten Welpenalter auf der Straße gefunden. Warum man mich nicht mehr haben wollte, das kann eigentlich keiner verstehen, denn ich bin superhübsch,
schlau, voller Energie und Lebensfreude und zudem noch kerngesund. Ich habe auch keine Ahnung mehr, wo ich geboren bin, aber nach einem sehr schlechten Start ins Leben haben sie mich ins Tierheim von
Pedro Munoz gebracht und dort habe ich Loli, die Tierheimleiterin, kennen gelernt, da habe ich eine Vorstellung davon bekommen, was es heißt, von Menschen gemocht zu werden. Und ich kann euch sagen,
dass ist ein ganz tolles Gefühl und ich bedanke mich dafür immer indem ich die Zweibeiner anspringe und ihnen das ganze Gesicht abschlecke. Loli hat Bilder von mir an die Initiative-Streunerhunde
geschickt, und die haben mich im Internet unter „Zuhause gesucht" vorgestellt. Auf den Fotos habe ich so toll geschaut, dass mich ganz viele Leute haben wollten, aber als sie hörten, dass ich keine
Welpen mehr bekommen kann, da sind auch sehr viele wieder abgesprungen- es ist doch echt schade, das sie mich nicht um meiner selbst haben wollen , sonder nur, weil ich doch so schick bin und dann
bestimmt auch ganz hübsche Kinder bekommen werde-.
Die Tierschützer in Deutschland haben sich sehr viel Mühe gegeben, den richtigen Platz für mich zu finden. Sie haben viel telefoniert, organisiert und kontrolliert, bis dann endlich feststand, dass
ich bei Melanie, Penny und Puma in Niedersachsen einziehen darf.
Um auf große Reise gehen zu können, brauchte ich auch ein paar Papiere, so auch einen Impfpass und in dem haben sie meinen „Fecha de nacimiento" also meinen Geburtstag auf den 25.März 2010 festgelegt
und ich kann euch sagen, den werde ich bald richtig groß feiern.
Am 28.10.2010 bin ich nach einer langen Autofahrt in Spanien und einem aufregenden Flug endlich mit vier meiner Tierheimkollegen in Frankfurt gelandet. Ich wurde schon ganz sehnsüchtig von Melanie
und Penny erwartet- die waren beide viel aufgeregter als ich. Penny ist übrigens auch eine Boxerin, die ungefähr ein Jahr älter ist als ich. Es waren auch noch viele andere Menschen anwesend, die
alle „ihre" Tiere abholen wollten und ich habe sie alle begrüßt mit Anspringen und Gesicht- abschlecken, so wie sich das halt für so einen Jungspund wie mich gehört. Melanie hat sich auf dem riesigen
Flughafengelände fast verlaufen, aber ich habe mich dort so sicher gefühlt, dass ich ihr schon mal gezeigt habe, wo wir lang müssen. Nach einer vierstündigen Autofahrt, auf der ich mich vorbildlich
benommen habe und mich ganz eng an Penny gekuschelt habe, sind wir endlich in meinem neunen Zuhause angekommen.
Erst mal laufe ich ganz aufgeregt in der Wohnung umher, so viele neue Gerüche, das ist fast eine Reizüberflutung- meine Nase hat mir sehr deutlich den Geruch von Katzen angezeigt- und da sehe ich ihn
auch schon, oooohhh, ein schwarzer Kater, den kriege ich!
„Sita! Neeeiiin!" ruft Melanie, „ Das ist Puma und der gehört zu uns." Das glaube ich noch nicht wirklich, den werde ich in Zukunft noch häufiger jagen. Was macht der denn jetzt, aua!, der wehrt
sich, der hat mir einfach die Nase blutig gekratzt, aber davon lasse ich mich nicht abhalten.
Nachdem ich die Wohnung erkundet habe, gehen wir nach draußen und ich soll mein Geschäft erledigen, aber damit kann ich nicht wirklich etwas anfangen, laufen macht Spaß, aber so langsam sollten wir
wieder nach drinnen , damit ich mal machen kann. In Spanien habe ich mein Häufchen immer auf hartem Boden fallen lassen und da ich das so kenne, will ich das hier auch und das geht am besten in der
Wohnung auf den Fliesen. In den nächsten Tagen mache ich das immer so, schöner Spaziergang und danach zu Hause „Ballast abwerfen". Frauchen findet das nicht toll, aber sie muss auch über mich
schmunzeln, weil sie noch keinen Hund hatte, der so reagiert hat. Sie überlistet mich dann aber, indem sie unsere Runde dreimal mit uns geht und da mache ich dann wohl oder übel auf dem Gras und ich
stelle fest, das ist viel besser als drinnen.
Mit Penny zu spielen ist für mich das Größte, wir jagen hintereinander her, wir raufen und wir liegen zusammen auf dem Boden und albern herum, wir toben bis unsere Zungen fast auf dem Boden hängen.
Nach einigen Tagen in meinem neuen Zuhause möchte ich aber mal festlegen, wer von uns beiden es zu sagen hat. Wir haben unseren ersten echten Streit. Melanie macht sich wirklich Sorgen und holt sich
Rat bei Birgit, die sagt ihr, wenn die sich nicht verletzen, lass sie es auskämpfen.
Sita und Penny
In den nächsten zwei Wochen lerne ich sehr viel neues kennen, wie man an der Leine geht, wie man sich bei fremden Leuten benimmt, den Hundeplatz, die Reithalle, die Stadt, die Hundewiese und ganz
wichtig, die Futterzeiten. Außerdem lerne ich ganz viele Menschen kennen und alle können irgendwie zu mir nichts anderes sagen als „Ist die aber schick!" oder „Die ist aber süüüß!" oder „ Boxer mag
ich ja gar nicht, aber die ist ja sooo hübsch!" Meine Tierärztin lerne ich auch kennen und die ist toll, die hat mich zwar einwenig gepiekst, aber sie hatte auch Leckerli für mich und sie hat mich
gestreichelt.
Was ich leider auch kennen lerne, Frauchen muss zur Arbeit und wir bleiben alleine zurück. Das gefällt mir überhaupt nicht und ich beiße ganz heftig an der Tür herum, aber ich kann Melanie leider
nicht folgen, also belle ich und weil das auch nichts bringt, lasse ich das nach kurzer Zeit wieder sein und warte und schlafe irgendwann ein. Frauchen arbeitet nachts und wenn sie uns morgens mit
ihrer Rückkehr weckt, dann kriegen wir uns gar nicht ein vor lauter Freude, dann gehen wir unsere Runde - die dürfen wir fast komplett ohne Leine laufen, weil wir sofort kommen, wenn Frauchen ruft-
und im Anschluss gibt es Futter. Das ist die beste Zeit des Tages, denn danach kuscheln wir mit Frauchen auf der Couch.
Penny und ich machen in den nächsten Wochen einigen Blödsinn, wir zerfressen Papier und Kaminholz in ganz kleine Fetzen und verteilen es gleichmäßig in der Wohnung, zerlegen eine Fernbedienung,
zerstören eine Tür, eine Brille und einen Tisch und so ganz nebenbei klauen wir mal etwas vom Tisch und verstecken Frauchens Pantoffeln. Ich bin noch nicht wirklich stubenrein und so hat Melanie
einiges zu tun. Als wir dann unseren zweiten heftigen Streit haben, bei dem sogar etwas Blut fließt, da unsere Ohren unter der Beißerei etwas gelitten haben, ist Frauchen sich nicht ganz sicher, ob
es eine gute Idee war, zwei so junge Hunde halten zu wollen. Nach dieser Auseinandersetzung haben wir Frauchen mit unseren großen runden Kulleraugen angeschaut und ihr versprochen, dass ab jetzt
alles besser wird.
Am nächsten Tag habe ich meinen ersten Schnee gesehen und ich wusste überhaupt nicht, was ich damit anfangen soll. Erst einmal bin ich wie angewurzelt stehen geblieben und habe diese komischen Dinger
angestarrt und als sie mir auf die Nase gefallen sind, da bin ich hinter den Flocken hergejagt und hab versucht so viele zu fangen wie eben möglich. In den nächsten Wochen hört es nicht mehr auf zu
schneien und ich liebe dieses weiße Element. Darin kann man herrlich spielen, sich wälzen und essen kann man das auch noch.
Wir haben uns an unser Versprechen gehalten und sind nach nun ca. drei Monaten zusammen jetzt fast vorbildliche Hunde. Wir haben uns nicht mehr gebissen, ich bin jetzt stubenrein, den Puma lassen wir
auch schon größtenteils in Ruhe und zerstört haben wir auch nichts mehr. Für jeden anderen Blödsinn sind wir immer noch sofort und zu jeder Zeit zu haben, aber sonst wäre das für Frauchen ja auch
langweilig. Die liebt uns doch gerade deswegen so unendlich und die würde uns auch nie mehr wieder hergeben. Sie hat uns auch ein Versprechen gegeben, dass sie sich um uns kümmert, solange wir
leben.
Liebe Grüße !
Eure Sita
Januar 2011
