Ich bin`s, Finja!
Ich bin`s, Finja!
Nun bin ich schon über ein Jahr bei meinen neuen Menschen, Axel und Yvonne in
Huntlosen, und ich fühle mich hier pudelwohl!
Letztes Jahr im August passierte etwas Komisches. Frauchen hatte ein feines langes Kleid an, Herrchen seinen besten Anzug und dann ging es mit meinen Oma`s und Opa`s und vielen anderen Menschen in
eine Wassermühle, wo eine Frau, die sich „Standesbeamtin" nannte ganz viel geredet hat und meine Leute dann glücklich lachend „Ja" gesagt und ein Papier unterschrieben haben. Hinterher hieß es, ich
wäre jetzt ein ehelicher Hund - was auch immer das heißen mag... Toll war, dass draußen vor der Mühle ein paar meiner Hundekumpels mit ihren Menschen gewartet haben. Alle trugen so lustige weiße
Schleifen am Halsband. An diesem Tag wurde ich oft fotografiert und sollte immer brav „Sitz" und „Platz" machen. Was tut man nicht alles, damit Herrchen und Frauchen glücklich sind...
Anfangs hieß es, immer „Nein", wenn ich auf`s Sofa oder Bett wollte, aber irgendwann habe ich Herrchen und Frauchen mit meinem lieben Blick um die Pfote gewickelt und darf nun oft mit den beiden
auf`s Sofa und morgens, wenn aus dem komischen Kasten am Bett Musik kommt, darf ich auch mal mit unter die kuschelig-warme Bettdecke kriechen. Aber ich mag auch mein Hundebett. Da schlafe ich nachts,
und wenn es mir zu wuselig wird auf dem Sofa, verbringe ich den Fernsehabend auch sehr gerne schlafend da drin.
Wenn ich mal alleine bleiben muss, bekomme ich vorher noch was Leckeres zum Kauen. Danach haue ich mich ein bisschen auf`s Ohr. Ab und zu mache ich einen Kontrollgang
durch`s Haus, ansonsten warte ich geduldig bis Herrchen und Frauchen wieder da sind und freue mich jedes Mal total wild, wenn ich dann endlich den Schlüssel in der Tür höre. Wenn meine Menschen
meinen, dass sie zu lange weg sein werden, bringen sie mich zu Vanessa in die Hundepension. Da habe ich auch viele Hundekumpels und kann den Tag ohne Langeweile verbringen. Vanessa habe ich gerne,
die ist lustig und spielt mit uns. Ich
habe da auch schon mal übernachtet. War schon irgendwie komisch, aber ich war die meiste Zeit abgelenkt und habe mich dann wahnsinnig gefreut, Herrchen und Frauchen wieder zu sehen.
Ich habe Axel und Yvonne schon sehr gerne, außer, wenn sie versuchen, mir ein Geschirr anzuziehen. Herrchen sagt, dass das ganz toll ist, weil das aus dem Rettungshundewesen kommt, super sitzt und ich darin ruhig mal ziehen kann, ohne dass mir gleich die Luft wegbleibt. Ich finde das Ding grauenvoll, da können die mich ruhig mit den leckersten Leckerchen bestechen, wenn ich die Chance zur Flucht habe, nutze ich sie. Die Essecke eignet sich sehr gut als Versteck. Wenn ich das Geschirr dann doch angezogen bekomme, tue ich so, als wenn ich mich nicht mehr richtig bewegen kann und mache einen großen Buckel. Herrchen und Frauchen lachen dann immer und lassen mir das seltsamerweise nicht durchgehen. Irgendwann ergebe ich mich dann doch meinem Schicksal und laufe wieder ganz normal, naja, eigentlich ist es dann nur noch halb so schlimm, weil wir meist was Aufregendes unternehmen.
Wir gehen oft in die Hundeschule. Am besten ist der Sonntag. Da sind immer viele Hundekumpels, mit denen ich toben und um die Wette rennen kann. Ha, ich bin sogar schneller als die großen Doggen - und viel flinker! Zwischendurch macht unsere Lehrerin Conny Übungen mit uns und unseren Menschen, um das Gehorchen zu lernen. Aber auch das macht mir viel Spaß und ich will immer sehr gut sein.
Andere Hunde finde ich toll. Nur wenn mir so nervige Rüden am Po schnüffeln, werde ich grantig. Aber es reicht oft schon, wenn ich nur meine Lefzen weit genug hochziehe und mit den Zähnen
klappere, damit die das lassen. So schüchtere ich selbst die großen Hunde ein!
Wenn wir wieder zuhause sind, habe ich einen Bärenhunger, weil ich vor der Schule kein Frühstück bekomme. Herrchen und Frauchen sprechen immer von einer „Magendrehung", die gefährlich sein soll für
mich. Dabei liebe ich mein Frischfleisch, feinstes Rindfleisch mit Gemüse aus Schweden...hmmm lecker! Davon könnte ich auch 5 Mahlzeiten verputzen am Tag. Wenn ich lieb bin und viele kleine
Kunststückchen mache, bekomme ich zu dem noch leckere getrocknete Innereien zu knabbern, Schweinenasen, Rinderhoden und ab und zu etwas Käse. Ich habe viel Spaß daran, danach zu suchen, wenn meine
Menschen das für mich irgendwo versteckt haben.
Zuhause habe ich eine eigene Hunde-Rennwiese. Da flitze ich gerne durch die Gegend oder spiele Ball. Ich sorge immer dafür, dass große Bälle eine maulfreundlichere Größe bekommen. Dann kann ich die besser tragen. Herrchen und Frauchen bezeichnen den Ball dann als kaputt... warum bloß?
Ich mache in der Hundeschule Sport. Wir gehen zum Longieren. Ich muss dabei um einen abgesteckten Kreis laufen und tun, was Herrchen oder Frauchen mir sagen. Die stehen dann bequem in der Mitte
und geben Befehle. In den Kreis darf ich nicht, dann gibt`s Mecker. Wenn ich alles richtig gemacht habe, darf ich hinter meinem Ball her rennen und werde dolle gelobt und gekuschelt. Komischer Sport,
aber ich bin hinterher immer angenehm müde.
Spazierengehen mag ich sehr gerne. Wir machen oft lange Spaziergänge. Wenn die Gegend „sicher" ist, darf ich auch ohne Leine laufen. Dann machen wir Spiele unterwegs und ich trage stolz meine
gesammelten Riesenstöckchen durch die Gegend. Aber ab und zu riecht etwas extrem verführerisch oder ich sehe etwas zum Jagen in der Ferne, dann möchte ich nur noch da hinterher rennen und höre das
Rufen meiner Menschen nicht mehr. Ich weiß selbst nicht, was dann mit mir los ist. Das Wild ist aber eigentlich immer schneller als ich, vor allem die Vögel, und so drehe ich dann nach kurzer Zeit
wieder um. Aber Herrchen und Frauchen sind immer ganz außer sich vor Sorge und freuen sich tierisch, wenn ich wieder da bin. Leider muß ich dann wieder an die Leine. Naja, zum Glück passiert das
selten. Meistens holen die mich schon rechtzeitig wieder zu sich ran und lenken mich mit lustigen Sachen von der Jagd ab.
Manchmal ziehen Herrchen und Frauchen so komische enge und bunte Klamotten an, dann machen wir einen ganz schnellen Gassigang. Ich muss mich dabei immer sehr konzentrieren und darf nicht so viel
schnüffeln. Zum Maulwürfe ausbuddeln bleibt auch keine Zeit. Die Menschen nennen das Lauftraining, für mich ist es meist nur ein leichter Trab. Ich brauche da aber zum Glück nicht immer mit. Herrchen
und Frauchen sagen, ich habe in der Zeit, die ich bei denen bin, sehr viel gelernt und dass sie ganz viel Freude mit mir haben. Ich spüre, dass sie mich ganz doll lieb haben. Nur manchmal schimpfen
sie, wenn ich meinem Hobby nachgehe, dem Lichter und Schatten jagen. Ich passe dann immer dolle auf, dass die Lichtpunkte nicht abhauen und stupse mit
der Nase darauf. Frauchen sagt, irgendwann sehe ich aus, wie ein Boxer. Aber ich passe schon auf, dass das nicht passiert. Manchmal sind so viele Lichtreflexe da, dass ich gar nicht weiß, welche ich
als erstes jagen soll. Dann quieke ich laut vor Aufregung.
Ich bin halt ein doppelter Jagdhund...War meine Mama ein Podenco und mein Papa ein Pointer, oder umgekehrt? Ich weiß nur noch, dass es sehr seltsam und bedrückend war, da wo ich geboren bin. Jetzt
bin ich glücklich - und das ist die Hauptsache!
Einen kräftigen Pfotendruck und lieben Gruß
Finja
PS: Auch Herrchen und Frauchen lassen herzlich grüßen und haben ein paar Bilder
dazugepackt!!!
